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Beginn: 20:00 Uhr, Ende: 22:05 Uhr, Ort: Cafe Landleben Anwesend waren Vertretungen der SPD, der Grünen- und der CSU-Gemeinderatsfraktion sowie andere Vertretungen von Projektgruppe Mobilität, Familienleben, Fairtrade-Gemeinde und Fairkaufladen und andere Interessierte.
Wegen neuer Mitwirkender stellte sich jede/r Teilnehmende kurz vor.
Gemeinderätin Susanne Strauß ist seit 2021 Mitglied bei Foodsharing Deutschland (gibt es seit 2012) und im Landkreis Dachau auch als Sammlerin/Verteilerin ("Foodsaverin") registriert. Da in der Agenda-21-Gruppe Essensrettung mit der "Tafel" oder "Foodsharing" immer wieder Thema war, hatten wir sie eingeladen darüber zu berichten:
Weil
58 % aller vernichteten Lebensmittel tatsächlich aus Haushalten stammen, sieht
die Organisation Foodsharing ihre Funktion nicht nur in Lebensmittelrettung,
sondern auch in Öffentlichkeitsarbeit - z.B. welche Lebensmittel auch nach dem
Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar sind und wie man das feststellen kann.
Foodsharing schließt mit Betrieben Kooperationen mit festen Regeln, wann wo und
auf welche Weise abgeholt werden kann.
Es gibt für jede Abgabestelle verantwortliche Ansprechpartner auf beiden Seiten. Wenn auch die "Tafel" Abholpartner ist, werden diese Abgaben VOR denen für Foodsharing gemacht, da die Tafel nur bestimmte Produkte nehmen und ein festes Abnahmeklientel bedienen darf. Wer sich bei Foodsharing engagieren möchte kann sich auf der Plattform www.foodsharing.de registrieren und zum Foodsharer werden. Auf der Plattform werden Lebensmittel als sogenannte Essenskörbe weitergegeben. Über den Chat können Foodsharer Kontakt aufnehmen. Um bei kooperierenden Betrieben abholen zu können, muss der/die künftige Foodsaver ein Quiz bestehen und von erfahrenen Foodsavern eingeführt werden. Sobald er/sie zertifiziert ist, kann der neue Foodsaver sich bei Betrieben bewerben. Wenn er/sie aufgenommen wird, kann er sich in freie Abholslots eintragen und muss dann zuverlässig alle bereitgestellten Lebensmittel abholen. Einmal pro Jahr muss ein Hygienequiz bestanden werden. In Petershausen wird überwiegend über eine WhatsApp-Gruppe an Freunde und Bekannte verteilt.
Es gibt im Landkreis Dachau 882 männliche und weibliche Foodsaver, alle ehrenamtlich, die regelmäßig oder unregelmäßig Essen sammeln und verteilen und auch regelmäßig zu Treffen gehen können. Susanne 'rettet' 1-3 x pro Woche. Jede/r Verteiler/in bringt seine Transport- und Kühlhaltebehälter mit zur Abholstelle und sortiert dort ggf. Verdorbenes aus, bevor er zur Verteilstelle fährt, wo die Produkte zeitnah weitergegeben werden. Jeder Endabnehmer sucht sich das aus, was er braucht und will und beurteilt dabei selbst, ob das Essen noch genießbar ist. Bisher konnte im Umkreis von Susanne Strauß immer alles gerettete Essen verteilt werden. Beschwerden über verdorbenes Essen sind Susanne nicht bekannt. Die Abholer und Abholerinnen sind sich bewusst, dass das Essen nicht mehr ganz frisch ist. Zur Demonstration bei der Agenda-21-Gruppe brachte Susanne eine Kiste voll mit (gerettetem) Gemüse und Obst, von dem sich jeder nehmen konnte. Bei baldigem Verbrauch war es durchaus genießbar und z.B. die Kiwis endlich mal so richtig reif und schmackhaft.
Christa Trzcinski stellt heraus, dass der Fairkaufladen seit 2002 allein von Aktiven betrieben wird, die sich um Kasse, Einkauf, Werbung, Steuern, Verträge, Schaufenstergestaltung - einfach alles und allein ehrenamtlich kümmern. So gab es auch beim diesjährigen Maifest der Schule am 15.05.26 einen Info- und Verkaufsstand, bei dem vor allem Anbau, Ernte und Verkauf von Bananen thematisiert wurde und wo die "Fairkäuferinnen" Bananenkostüme trugen, die beim Schulvolk gut ankamen. Susi Strauß unterstützte übrigens beim Verkauf.
Christa
Trzcinski berichtet weiter von der Schaufenstergestaltung in den letzten Wochen,
wo auf eine besondere Form der Ausbeutung auf italienischen Feldern aufmerksam
gemacht wird, das Caporalato. So genannte Caporali fahren die Erntehelfer auf
die Felder, pressen ihnen einen Teil ihres ohnehin spärlichen Lohnes ab und
bringen sie nach einem langen Arbeitstag abends wieder zurück in ihre
überfüllten Unterkünfte. Nachdem im Juni vier Erntehelfer in einem Auto bei
lebendigem Leib verbrannt wurden, weil sie höheren Lohn und vertragliche
Absicherung forderten, wollte der Laden nochmals auf Tomatenprodukte aus Italien
aufmerksam machen, die anders, nämlich auf humane Weise hergestellt wurden. Sie
tragen das "No Cap"-Siegel, das von dem Aktivisten Yvan Sagnet gegründet wurde
und eine Ernte ohne Caporali garantiert.
Seit kurzem gibt es eine gelungene Geschenke-Kooperation zwischen dem Transportunternehmen Kloiber und dem Fairkaufladen. Das Besondere sind die Geschenkkartons aus Pappe, welche die Firma liefert, sowie das Modell eines Kloiber-Lkws. Befüllt wird der Karton mit fair gehandelten Produkten aus dem Fairkaufladen wie Nudeln, Passata, Kaffee und Wein. Adressaten der Geschenkkartons, von denen in kurzer Zeit schon 15 in Auftrag gegeben wurden, sind Mitarbeiter der Firma Kloiber. Die Werte, für die das Transportunternehmen nach eigener Auskunft steht, sind "Nachhaltigkeit, Innovation, Kundenorientierung und Effizienz". Neben der Verbindung von Straße mit Schienen und Wasser als Transportrouten sind z.B. unter vielen anderen nachhaltigen Aspekten der Betrieb von 18 E-LKWs zu erwähnen, viele können seit kurzem gleichzeitig auf Stellplätzen unter Solarmodulen nahe der Tankstelle Kloiber geladen werden.
Am Freitag und Samstag, 3./4. Juli 2026, lud das Eine Welt Netzwerk Bayern wieder zu den "Bayerischen Eine Welt-Tagen” mit "Fair Handels Messe Bayern” nach Augsburg ein. Im Kongress am Park informierten viele Eine Welt-Organisationen aus dem Bereich Bildung und Kampagnen. Die zwei Tage bieten allen Eine Welt-Interessierten eine Plattform zum Austausch sowie das Kennenlernen neuer Aktivitäten, Akteure und Produkte. Möglich sind auch Gespräche u.a. mit Gästen aus Einer Welt, Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag und dem Bayerischem Landtag. Der Kabarettist und Vorstand des "Orienthelfer e.V." Christian Springer hielt einen Vortrag zum Thema "Humanität geht nicht unter - ein Plädoyer für die Menschlichkeit".
Die Faire Woche 2026 (11. - 25.09.) hat wieder das Thema "Fair handeln, Vielfalt erleben". Bei der Ladenversammlung am 13.07.26 soll überlegt werden, wie eine passende Schaufenstergestaltung ausschauen könnte und ob eine gemeinsame Aktion, sozusagen ein Nachhaltigkeitsmarkt am Foodsharingtag, Samstag. 26.09.26, z.B. im Schulhof/Schulaula mit Foodsharing (Susanne Strauß), Gebrauchtkleider- (?) und Büchermarkt (Mathilde Adler) geplant werden soll. Der Fairkaufladen könnte da nochmal "Bananen" oder auch NoCap-Produkte thematisieren.
Für die Firmvorbereitung 2026 hat Susi Strauß das Thema fair gehandelte und hergestellte Kleidung einbringen können, was bei den Jugendlichen auf großes Interesse gestoßen war. Sie hat dann darüber im katholischen Pfarrbrief berichtet und außerdem ihre Unterlagen der (evangelischen) Segenskirche Petershausen für die Konfirmandenvorbereitung in den nächsten Jahren zukommen lassen.
Beim Schulfest am 15. Mai gab es auch wieder einen Infostand der Fairtrade-Gemeinde, wo Mitarbeiterinnen des Fairkaufladens fair gehandelte Bananen thematisierten und in Bananenkostümen Bananen anboten. Alle 75 Bananen konnten verkauft werden.
Mangos
aus Burkina Faso87 Kisten mit Mangos wurden am Samstag, 25.04., in Petershausen an 55 Besteller und Bestellerinnen verteilt.
Der Hilfsfond für Burkina Faso Westafrika e.V. hat nun allein aus Petershausen mehr als 3000 Euro erhalten, um sie dort im Land gezielt für weitere Schulbau-Projekte und Bildungs-Infrastruktur auszugeben.

Der Spielplatz an der Kirchstraße wurde nun von der Gemeinde fertig gestaltet. Die bunten Spielgeräte sind für sehr kleine Kinder gut geeignet und machen Spaß. Der Spielplatz wird gut angenommen.
Katharina Bäßler berichtet vom Abschluss der diesjährigen Stadtradel-Aktion. Beim Sommerfest der Feuerwehr am 12.7. um 15:30 Uhr findet die Preisverleihung für die besten drei Teams sowie die Leute mit den meisten Radelkilometern statt. Sehr wahrscheinlich hat der Waldkindergarten den 1., die HaPeVi den 2. und der Fairkaufladen den 3. Platz gemacht. Deren Mitglieder werden gebeten, zur Preisverleihung möglichst zahlreich zu erscheinen und kurz 1-2 Sätze zu ihrem Team zu sagen.
Am 27.06.26 war das diesjährige Stadtradeln der Gemeinde Petershausen beendet, das am 7.6. gestartet wurde. Noch bis 14.06. konnte man geradelte Kilometer nachtragen. Im Ganzen sammelten 133 Radlerinnen und Radler in 13 Teams insgesamt 26806 Kilometer, auch sechs Vertreter des Gemeinderats waren mit dabei. Positiv hervorzuheben ist die Ausdauer, welche die Radelnden trotz Regenschauer und großer Hitze an den Tag legten. Auf Pedelecs, Rennrädern, City-, Trekking- und Mountainbikes, sowie Kinderrädern wurde für mehr Sichtbarkeit des Radverkehrs sowie Klimaschutz geradelt. Außerdem wurde der Teamgeist bei gemeinsamen Ausflügen gestärkt und der Sportgeist geweckt, wenn es darum ging, ein anderes (Unter-)team im Ranking zu überholen.
Wie in früheren Protokollen berichtet, waren mehrere Ausflüge und -Radtouren geplant und fanden fast alle statt: Start war am letzten Sonntag in den Pfingstferien mit der Tour unseres Bürgermeisters Johannes Stadler "Radeln & Ratsch" zu verschiedenen Wasserstellen, am nächsten Wochenende ging es weiter mit einer Demo für einen Radweg von Rettenbach nach Kollbach sowie der vom ADFC geleiteten Sternfahrt von Petershausen zum Königsplatz in München, wo u.a. der Münchner Bürgermeister Dominik Krause für "ein gutes Angebot für alle Verkehrsarten" und "ein positives Miteinander" warb.
Als
weitere Aktionen in und um Petershausen gab es außerdem die von Susanne Strauß
und der mittlerweile zur Fahrradreferentin gewählten Sarah Vogler die
Frauenradtour der Grünen zu Wind- und PV- Anlagen um das Gemeindegebiet von
Petershausen. Außerdem gab es im Stadtradel-Zeitraum noch eine vom ADFC-Mitglied
Herbert Bürgel geleitete Tour zur Schlosswirtschaft Mariabrunn und die
allmonatliche "Critical-Mass-Demo" in Dachau. Zur - von der ehrenamtlichen
Stadtradel-Organisatorin Katharina Bäßler - angebotenen Abschlusstour zum
Abenteuerspielplatz in Weichs kam leider niemand - wahrscheinlich weil die
Menschen an diesem besonders heißen Tag lieber die eigenen vier Wände oder den
Besuch eines Sees oder Schwimmbads vorzogen.
Die Projektgruppe Mobilität trifft sich im Herbst mit Sarah Vogler, der neuen Farrradreferentin, und dem 1. Bürgermeister Johannes Stadler. Mit dabei sind Herbert Bürgel (ADFC), Dieter Lange, Emil Andorfer, Felix Seidenberger (Waldkindergarten) und Katharina Bäßler sowie Eduard Meßthaler, dem langjährigen Gemeinderat, Kämpfer für Fahrradfreundlichkeit und Initiator der dem Klimaschutzleitbild 2012/2013 Petershausen folgenden Arbeitsgruppe Mobilität. Außerdem der ehemalige Fahrradreferent und jetzige Bürgermeister von Röhrmoos, Georg Niederschweiberer. Dabei sollen Erfahrungen ausgetauscht und Ideen entwickelt werden sowie gemeinsam überlegt, ob und wie die Situation für Radelnde in und um unser Gemeindegebiet verbessert werden kann.
Petershausen, 09.06.26
Protokollführung: Christa Jürgensonn und Mathilde Adler